VSIR-Besuch beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie Rostock


Im Seeaufgabengesetz der Bundesrepublik Deutschland in der Fassung vom 26. Juli 2002 sind die Aufgaben des Bundes auf dem Gebiet der Seeschifffahrt geregelt. In 5 dieses Gesetzes sind Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) als Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr-, Bau und Wohnungswesen festgelegt.

Im März 2001 hatte der VSIR in Kooperation mit der Regionalgruppe Rostock der Deutschen Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte (DGSM) das BSH Rostock - damals noch stationiert im ehemaligen Dienstsitz des Seehydrografischen Dienst der DDR - besucht.

Inzwischen ist das BSH in ein neues Gebäude im Gelände der ehemaligen Neptun-Werft Rostock gezogen. Das Gebäude steht direkt an der Warnow und bietet den BSH-Mitarbeitern sehr gute Arbeitsbedingungen. Außerdem befinden sich dort Liegeplätze für die beiden BSH-Schiffe "DEMEB" und "Capella".

Aus diesem Grunde organisierte der VSIR, wieder in Kooperation mit der DGSM einen erneuten Besuch.

Die 37 Teilnehmer wurden vom VSIR-Vorsitzenden Herrn Felgner begrüßt (bis zum Jahr 2004 war Herr Felgner selbst im BSH tätig).

Im BSH Rostock sind die Seevermessung sowie die Kartografie dieser Behörde konzentriert. Dieser Bereich, besonders die Erarbeitung und Herstellung der Seekarten und anderer nautischer Werke war Schwerpunkt der Besichtigung.

Während der Führung in Gruppen wurden durch BSH-Mitarbeiter in den einzelnen Bereichen die Schritte bei der Erarbeitung der Druckvorlagen für die Seekarten erläutert und vorgeführt. Dabei wird in immer größeren Maße die EDV-Technik eingesetzt, jedoch ist immer noch akribische "Handarbeit" erforderlich, die sehr viel Spezialwissen, Können und Erfahrungen der Fachkräfte erfordern.
In der Druckerei, die mit entsprechenden Spezialmaschinen für den Offsetdruck ausgerüstet ist, wurden uns die einzelnen Schritte der Drucke bis zur fertigen Seekarte vorgeführt. Beeindruckend war die Präzision der nacheinander ablaufenden Druckphasen, vom Schwarz-Weiß und danach der vorgesehenen Einzelfarben.
Im Bereich der Kartografie konnten wir uns die Vielfalt der hergestellten Druckerzeugnisse anschauen. So werden neben der Seekarten der deutschen Küstengewässer und Wasserstraßen und Überseekarten auch Karten anderer Küstenstaaten im Lizenzverfahren hergestellt. Für den Segelsport gibt das BSH auch spezielle Atlanten im kleineren Format mit vielen Details wie z.B. Marinas der deutschen Nord- und Ostseeküste heraus. Ein Beispiel enger internationaler Kooperation auf dem gebiet der Seekartografie ist die gemeinsame Erarbeitung und Herausgabe von Karten der polnischen Ostseeküste.

Nach der Besichtigung hatte der Präsident des BSH, Herr Professor Dr. Ehlers zu einem Vortrag mit dem Thema: "Das BSH und seine internationalen Beziehungen" eingeladen. Prof. Ehlers informierte ausführlich über das weitreichende und notwendige Wirken in über 120 internationalen Gremien der Seeschifffahrt und der damit verbundenen Grenzgebiete. An konkreten Beispielen legte der Referent dar, wie sich diese Aktivitäten im Auftrage des Bundes auf bi- und multilateraler Basis vollzieht, welche Probleme dabei auftreten und welche unterschiedlichen Lösungswege gegangen werden müssen, um die Sicherheit und Leichtigkeit des Seeverkehrs zu gewährleisten sowie die Gefährdung der Meeresumwelt zu vermindern.
Das Seegebiet Ostsee mit seinen sensiblen Charakter nahm in den Ausführungen einen Breiten Raum ein.
In der anschließenden Podiumdiskussion wurde das in der Öffentlichkeit gegenwärtig sehr kontrovers betrachtete Thema Ostsee-Offshore-Windkraftanlagen in der Außenwirtschaftszone angesprochen. Prof. Ehlers erläuterte, dass das BSH, entsprechend Seeaufgabengesetz und Seeanlagen-Verordnung, die Prüfung eingereichter Projekte vorgenommen hat und sowohl negative als auch positive Bescheide erteilt hat. Nach 3 der Seeanlagenverordnung sind Versagensgründe durch das BSH

Keine Versagensgründe für das BSH sind Belange

Dem Referenten wurde für seine sehr informativen Ausführungen herzlich gedankt.

Für die Teilnehmer hatte die Veranstaltung einen hohen Informations- und Weiterbildungswert. Dafür sei der Leitung des BSH Rostock und den BSH-Betreuungskräften an dieser Stelle der Dank ausgesprochen.

Helmut Köstler / Gunter Felgner

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Eindrücke vom Besuch des BSH Rostock



Dipl.-Ing. Ralf Griffel / webmaster@vsir.de / 04.04.2005